Das okkulte oder incidentelle Gallenblasenkarzinom

Lediglich ein Drittel  der Gallenblasenkarzinome ist bereits vor der Operation bekannt. Oft wird die Diagnose erst nach einer Cholezystektomie im Rahmen der vom Pathologen durchgeführten histologischen Untersuchung der Gallenblase gestellt. Basierend auf der Tatsache, dass solche Karzinome ohne Kenntnis ihrer Existenz im Rahmen einer aus anderen Indikation heraus erfolgten Cholezystektomie entfernt wurden, benutzen man für diese Situation den Begriff „okkultes Gallenblasenkarzinom“. Synonym findet sich in der Literatur auch der Begriff „inzidentellen Gallenblasenkarzinoms“ .

 

prinzip

 

Eine sogenannte einfache Cholezytektomie erfolgt oft unter der der Annahme eines begninen Leidens, wie Gallenblasenpolyp, Gallenstein und Cholezystitis. Erst ein postoperativer Zufallsbefunde belegt das okkulte oder inzidentelle Gallenblasenkarzinom. Solche Fälle finden Eingang in das CAES/CAMIC Zentralregister.

 

 

Inzidentelle Gallenblasenkarzinome zeichnen sich zumeist durch ein niedrigeres histologisches Stadium und somit eine bessere Prognose aus. Bei den meisten Patienten mit Langzeitüberleben waren die inzidentellen Gallenblasenkarzinome auf die Mukosa oder Muskularis beschränkt. Wichtig ist, dass Patienten mit Gallenblasenkarzinom ungeachtet ihres primären operativen Zugangsweges einer stadiengerechten Therapie zugeführt werden.

Weiterführende Literatur:

  1. Goetze TO, Gallblader carcinoma: Prognostic factors and therapeutic factors 2015 World J Gastroenterol Nov;21(43):12211-12217 doi: 10.3748/wjg.v21.i43.12211
  2. Goetze TO, Paolucci V. Extended cholecystectomy an underestimated prognostic factor in T1b- T3 incidental gallbladder carcinoma- Results of the German- Registry Chirurg. 2014 Feb;85(2):131-8. doi: 10.1007/s00104-013-2587-8